Sonntag, 27.11.2011

Durch die Leipziger Innenstadt wälzen sich Massen von erlebnisfrohen Menschen und ich sehe kurz dem dicken Schmalzbäcker beim Ausrollen seines Zauberluft-Teiges zu. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Luft in ein handelsübliches Kräppelchen paßt. Ich kenne diese Dinger schon seit meinen Kindertagen, die Schmalzbäcker vererben ihr Geschäft von Generation zu Generation. Nur die Tüten werden immer kleiner und der Preis steigt. Staubzucker bleibt Staubzucker.

Schwaden von billigen Frittierfetten halten Hochzeit mit den Düften von gepanschten Glühweinen und ich bewundere die Zahlungsfreude der Menschen, die sich diese kulinarischen Minusprodukte dennoch gern und ausgiebig gönnen. Ganze Zehnerschaften okkupieren lärmend die Stände. Ist dies Advent? Ich denke nicht.

Dann habe ich es endlich bis zum TONELLI`s geschafft. Elfi, Matt, Tonelli höchstselbst und Klaus-Peter sind schon da und erwarten mich.

Ich beginne zusammen mit Codse die kleine Bühne für die Lesung vorzubereiten und schon füllt sich die Kneipe. Ich sehe viele bekannte Gesichter.

Dann beginnt M.C. Malditz mit Ulli und Blondi ein sanftes Konzert, der Abend ist eröffnet. Text und Musik, sächsische Stolle zum Verkosten, Pinkel-Pause, Lacher, fröhliche Zwischenrufe...Dialoge zwischen den Aktiven und den ebenfalls Aktiven. Sehr schön.

Der Papagei sitzt auf seinem Ehrenplatz, ein Mikrophonständer scheint angemessen, beäugt die ganze Sache und denkt sich seinen Teil. Merkwürdig diese Menschen...

Spät in der Nacht laufe ich in Richtung Heimat. Vorbei an den schlafenden Weihnachtsmarkt-Buden, vorbei am sich türmenden Dreck der weihnachtlich gestimmten Partygäste, vorbei an dem Gebäude das eigentlich eine Paulinerkirche sein sollte und die Dame die mich plötzlich auf ein Glas Wein in eine nahe Bar einlädt, vertröste ich schmunzelnd auf andere Tage. Ein Geschäft kann sie mit mir nicht machen. Es werden sich andere Bratwurstfreunde finden lassen.

Es war ein schöner Abend mit Euch, Freunde.

Danke.

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Dienstag, 03.01.2012

Der Stress vor dem Jahreswechsel beginnt schon wieder und es gibt, zur Verbesserung der familiären Feierlichkeiten, bereits die ersten, konstruktiven Absprachen. Mein Kollege Heinz berichtete mir dazu Erstaunliches.

Er wird, so beteuerte er mir, den nächsten Jahrewechsel in Thailand, oder in Timbuktu verleben, denn er brauche Ruhe. Seine Connewitzer Verwandschaft nerve ihn besonders im Dezember unendlich und unsagbar. Einzelheiten nannte er nicht.

Wenn er von den örtlichen, zuständigen Organen der SED, dazu die erforderliche Ausreisegenehmigung erhält, sollte er dies nutzen. Hoffentlich darf er seine Renate mitnehmen. Sie sammelt nämlich ausländische Rezepte. Soljanka, Pelmeni, Borschtsch etc.

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Donnerstag, 19.01.2012

Das neue Jahr ist noch jung und doch hat es schon seine Katastrophen, stillen Momente und glücklicherweise auch herrliche Freude. Es ist uns erinnernd und lehrend immer das scheinbar Wiederkehrende und das wahrscheinlich doch schon Erlebte, dass uns das Leben frisch hält. Neugierig will ich bleiben, staunen und wiederholen. Auch meine Fehler und ebenso die endlosen Versuche, die bleibenden, wartenden Geheimnisse zu entdecken. Und ich möchte immer ein Lächeln finden, wenn möglich, dann gern geschenkt. Bis der Krug leer ist und bricht.

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Donnerstag, 26.01.2012

Die umbenannte Lafontaine-Gysi-Partei, die Kader der SED, beschweren sich über ein bisschen Überwachung durch den Verfassungsschutz. Die Empörung wird medienwirksam unters Volk gebracht und ich erinnere mich an die Überwachung des Volkes durch die Büttel der SED, das MfS. Die Pappnasen und Nichtsnutze der Stasi.

Bis 1989 haben die "LINKEN" sich nicht über die flächendeckende Überwachung der Ostdeutschen beschwert - sie hatten sicherlich nur keine Zeit.

Diese chronischen Witzfiguren können unser Leben im Spätkapitalismus wirklich lustig gestalten. Und jetzt wollen die "Harten" auch noch Cannabis legalisieren, herrlich!

Da können die ewig Gestrigen dann im Karl-Liebknecht-Haus, in der Karl-Marx-Straße, unter dem Bild von Polizistenmörder Erich Mielke, gemütlich ein bis siebenhundert Tütchen Holland-Kraut inhalieren. Dem Kommunismus kann man sich eben auch im Dope-Rausch nähern und heiter-beschwingt im Kleinhirn realisieren. Mein Gott, sind diese Rauschmützen blöd.

Die Losung des Monats:

SED-Kiffer-Clubs, es lebe die sozialistische Rauschmittelproduktion und die Pfeifen, die dies organisieren.

Die Wähler, Genossen, kann man damit allerdings nicht locken. Und diesen SED-parteigeformten Schwachsinn, die punktuellen Vergeßlichkeiten, die erstaunliche Lernresistenz und die eigene Geschichte des kommunistischen Terrors, werdet ihr mit dem Zeug auch nicht los. Da müßt ihr euch schon für die Freigabe von Koks - Grüße an Wecker und Co., und für Heroin und LSD im Konsom stark machen.

Die Taliban werden es euch danken, sind ja irgendwie auch Friedenstauben wie ihr.

Übrigens, auch Tauben sind Vögel.

Gebt mal lieber dem Rosa-Luxemburg-Verschnitt Sahra und der SED-Tante Lötzsch ein bisschen SPEED. Die wirken immer so aufgesetzt verkrampft.

Macht euch locker, Genossen!

Vorwärts immer, rückwärts nimmer!...vom Wodka zum Kraut.

Was hab ich gelacht...

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Dienstag, 31.01.2012

Nun ist doch noch ein kleiner Sturm mit Schnee gekommen und er legte sich über den Dreck der Straßen. Die mutigsten Optimisten hatten bereits wieder die Sommerräder montiert - dies rächt sich nun.

So lobe ich den Pessimismus, der genau betrachtet nicht nur erdet, sondern die Natur läßt wie sie ist, wechselhaft-unergründlich.

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