Stimmen
SzeneGipfel im Tuvalu
Tuvalu – eine winzige Insel im Pazifik.
Und DIE Szenekneipe in der Elsterstraße.
Für Nachtschwärmer, Rast - und Schlaflose, Musiker. Bei Jam Sessions wird hier durchgefeiert bis zum Morgengrauen.
Gestern Abend Lesung mit Gedichten und Texten von Thomas W. Renker alias Knorri.
Er ist auch einer diesen Rastlosen. Hängt hier rum, klönt, trinkt und schreibt.
Übers Tuvalu, Frauen, die Typen hier.
Nur gestern durfte er ausgerechnet nicht dabei sein. Hausverbot.
Er sitzt daheim. Unterdessen lesen seine Freunde in SEINER Kneipe SEINE Gedichte vor.
Knorris Trinkgenosse Günti Zech sitzt im Publikum und lallt:
„Keene Schdimmung hier…is doch wahr, so viele nette, sympathische Frauen, un keene Schdimmung!“
Dann, kurz vor Mitternacht mitten im Schlussapplaus: Gemurmel, Pfiffe, Rufe.
Knorri taucht plötzlich auf: „Ich hab`s einfach nicht ausgehalten, allein zuhause.
Hausverbot hin oder her….“
Versöhnung, Umarmungen, Schulterklopfen, Alkohol, alles wird gut.
Party bis zum Morgengrauen, wenn auf Tuvalu ein neuer Tag anbricht.
© Bild, Leipzig, Auszug
Leipzigs
interessantester, literarisch - musikalischer Koch kommt in die Scheune!
Nach seiner legendären Lesung im Tuvalu, im Haus Leipzig, kommt „Knorri“
am Dienstag, den 28.11. 2000 zu uns in die Stötteritzer Scheune.
Wir präsentieren ihn in unserer Reihe - Texte und Musik -.
Schon lange in der Leipziger Szene als schreibender Arbeiter unterwegs, hat er die Texte für seine Lesung
„Leipziger Ecken und Kanten“ fertig.
Wie schon im Tuvalu begonnen, bringt Thomas Renker wieder viele seiner musikalischen Freunde mit.
Michael „Massa“ Großwig, Michael „Codse“ Malditz, Wilfried Kurt „Fussel“ Heinrich, The Importers und Rudy Herb,
sind den Leipziger Nachtschwärmern ein Begriff für handgemachte, schnörkellose Musik.
Wir freuen uns auf Thomas „Knorri“ Renker.
die Scheune
Gutshof Stötteritz
Oberdorfstraße 15
04299 Leipzig
Gottfried Hänisch
Seine Gedichte haben mich erreicht, einen unter munteren Vielen.
Worte, Bilder, Emotionen, Farben, Abstände - er. Th. R.
Seit ich ihn kenne, eine Junge damals, aufgeregt, verspielt, voller Einfall und Witz, nichts nütze, untergedrückt
und doch ein Junge mit suchenden Augen und einem Blick ins Unerreichbare.
Wie später den Mann mit den biografischen Schnittpunkten:
Zweifel, Verrat, Wut, Gefängnis, Trennung, Verlust, Krankheit und vorallem Ohnmacht, ein Ausgelieferter,
angeschlagen, angezählt, ohne Schlagkraft, so höre ich seine Stimme in seinen Zeilen, in seinen Versen
mit der Sehnsucht nach Bleibendem, nach Liebe, Nähe und Verlass.
Es muß doch Bestand geben!
Und immer der neue Anfang zur Vollendung des Aufbruchs mit kleinen Schritten.
Deine Gedichte haben mich erreicht, selbst ein Suchender,
gut so,
weil sie Kopf und Herz bewegen.
Danke.
Leipzig, im Juli 2009.
Erich Loest
...besonders gefallen mir Ihre Kindergedichte, da sollten Sie weiterschreiben, auch mal etwas einschicken...
Bonn - Bad Godesberg, 1987
(Briefauszug)
Lieber Herr Renker,
Luis und ich möchten uns auf diesem Wege ganz herzlich bei Ihnen bedanken -
für die wunderbaren Zeilen, die in unser beider Gesicht ein Lächeln gezaubert haben.
Mögen noch viele Menschen von Ihren Gedichten erfreut werden!
Seien Sie herzlichst gegrüßt von
Luis und Constanze Dahmen.
2009
Von einer Lesung zur nächsten,
von einem prominenten Schauspieler zu einem flippigen Leipziger Kulturschaffenden.
Literat Thomas Renker, besser bekannt unter "Knorri", lud ins Connewitzer Barfly,
begeisterte mit seiner Gedichtsammlung "Dass Du mir bleibst".
Ein Titel als Wunsch, ein Wunsch als Programm,
Michael C. Malditz begleitete mit zauberhaften Gitarrenklängen.
Applaus, fröhliche Zuhörer, Zugaben und kalte Biere.
Knorri, der unter anderem Kabarettist und Barfly- Mitinhaber Tobias Wolff begrüßte:
"Was will der Künstler mehr?!"
Der Künstler ist übrigens just in den erlesenen Förderkreis
der "Freien Literaturgesellschaft Leipzig e.V." aufgenommen worden.
© LVZ, Guido Schäfer, 12./13. Dezember 2009
__________________________________________________________
Ganz herzlichen Dank.
language coach institute - Cäcilia Thiesse
Emilienstraße 17
04107 Leipzig
26.01.2010
Gesprächsabend
Thomas Renker liest Gedichte
Der Leipziger Schriftsteller Thomas Renker berichtet morgen um 19 Uhr über seine Erfahrungen in der DDR und liest aus seinem aktuellen Gedichtband "Dass Du mir bleibst".
Schüler des Bischöflichen Maria-Montessori-Schulzentrums Leipzig (Alte Salzstraße 61-65, Aula Haus A), wo der Abend stattfindet, haben sich im Unterricht mit einem autobiografischen Text des Schriftstellers beschäftigt.
Die Schüler gestalten den Abend mit einigen musikalischen Beiträgen mit.
Daneben besteht die Möglichkeit, mit dem Autor über seine Texte und seine Erfahrungen in der DDR (mit Stasihaft, Ausreise und Rückkehr 1990) ins Gespräch zu kommen, teilt das Schulzentrum mit.
© LVZ, rö, 26.01. 2010
Geständnisse aus der Küche
Ehrlich gesagt will man das ja wirklich nicht so genau wissen,was der amerikanische Koch und Schriftsteller Anthony Bourdain vor gut 10 Jahren so aufgeschrieben hat.
Trotzdem liest Thomas Renker, genannt Knorri, am Freitag im Tonelli`s aus Bourdains "Geständnisse eines Küchenchefs" vor, Mahlzeit auch!
"Kitchen Confidential" heißt das skandalöse Original des New Yorkers.
Der deutschen Version hat der Verlag frei nach Woody Allen einen Untertitel gegeben:
"Was Sie über Restaurants nie wissen wollten".
Renker weiß es längst, ist er doch so etwas wie das Leipziger Pendant Bourdains: ein schreibender Koch.
Um die Lesung herum strickt er einen "amerikanischen Abend".
Zum Beispiel mit Musik, deren Wurzeln jenseits des Antlantik liegen.
Und wer kennt sich hierzulande besser mit erdigem Blues aus als Mama Basuto?
Michael Codse Malditz zupft zunächst zur Lesung nach Art Muddy Waters`und John Mayalls und bringt später seine Kollegen aus Mama Basuto`s Blues Ensemble mit, um Willie Dixon, Alexis Korner, Van Morrison und Konsorten zu kredenzen.
Fehlt noch einer im Reigen der vielen Köche, der es frei nach Bourdain zu verantworten hat,
falls der Brei verdorben ist.
Tonelli-Küchenchef Steffen Bux übernimmt diese Aufgabe anhand amerikanischer Rezepte.
Für den Notfall werde Whiskey bereitgestellt - für alle, die die Suppe auslöffeln wollen.
© LVZ, mwö, 26.01.20
Amerikanischer Abend, Freitag, 20 Uhr,
Tonelli`s (Riemannstraße 50), Leipzig.
"Und dann ist der Schrei in mir."
Offen und eindringlich:
Dichter Thomas Renker über seine Stasi-Haft
Es ist immer mindestens einer. Ein Song, der für ein Gefühl, eine Erinnerung, eine Erfahrung steht.
Ein Soundtrack, der einen ein lebenlang begleitet.
Wir fragten Protagonisten aus der Leipziger Kultur-Szene nach ihrem ganz persönlichen, prägenden Song.
Heute beschreibt Dichter Thomas "Knorri" Renker eindringlich und deutlich seine schmerzvollen Erinnerungen
an die Zeiten als Häftling des Ministeriums für Staatssicherheit
- immer begleitet und moralisch gestärkt von einem Renft-Stück.
© LVZ vom 24.08.2011/ Seite 11
Unvergesslich:
Die "Tauchaer Blaue Stunde" widmet sich heute im Cafe Esprit (Leipziger Straße 40)
den erschütternden Erfahrungen des Dichters Thomas Knorri Renker
in Stasi-Haft.
© LVZ vom 18.10.2011/Seite 11
Große Begeisterung beim Tag der Kinder im Atrium
Das Universitätsklinikum Leipzig lud am 12. Oktober alle Kinder zum 12. Tag der Kinder ein.
Ziel war es für die Mädchen und Jungen ein Fest zu kreieren,
bei dem sie durch Künstler aufgemuntert werden.
So fanden zwei zentrale Veranstaltungen im Atrium des Zentrums
für Frauen- und Kindermedizin sowie persönliche Lesungen
Leipziger Autoren am Krankenbett der Kinder statt.
...
Für alle kleinen Patienten, die in ihren Krankenbetten liegen
bleiben mussten,
hatte sich Klaus-Peter John, Kurator am Universitätsklinikum Leipzig
etwas Besonderes überlegt.
Die Autoren Thomas Renker ("Frosch Torsten und seine Freunde")
und Michael Oertel ("Helfe-Elfe in Ostfriesland") lasen den Kindern
an den
Krankenbetten aus ihren Büchern vor. "
Ich war mit meinem Buch auf der Intensiv- und der
Chirurgischen Station
des Frauen- und Kinderzentrums und habe dort eine breite Menge an
Reaktionen auf meine Lesung erhalten, das war überraschend.
Die meisten Patienten waren aktiv dabei, haben die Geschichte gespannt
verfolgt und einige Kinder haben danach sogar mit mir über den Inhalt
diskutiert", kann Michael Oertel aus seinem Erlebten erzählen.
Weiter weiß er: "So etwas wird viel zu selten angeboten,
aber ich habe gemerkt, dass es bei den Kindern gebraucht wird.
Es ist eben nicht nur die Medizin die Kinder gesund macht."
Auch Thomas Renker konnte bei seinem Besuch auf der Kinderstation
ähnliche Erfahrungen sammeln:
"Die Kinder waren überrascht, dass ich ihnen vorgelesen habe.
Bei den meisten ist es mir gelungen, sie ein Stück mitzunehmen,
weg von dem Krankenhausalltag.
Der Tag der Kinder ist ein tolles Projekt, bei dem ich auch nächstes Jahr
gern wieder eine Lesung halten würde."
© Franziska Henkel, Universitätsklinikum Leipzig,
Patientenzeitung, Oktober 2011.
Leben zwischen Liebe und Zorn
Thomas Renker erzählt bei Blauer Stunde von Stasi-Haft,
Renft-Lied und dem Weg zum Schreiben
Taucha. Die 32. Ausgabe der Tauchaer Blauen Stunde am Dienstagabend im Cafè Esprit
war wieder einem politischen Thema gewidmet. Zu Gast war Thomas Renker,
der am 24. August in dieser Zeitung „Ein Soundtrack fürs Leben“ geschrieben und darin
in einfühlsamen Worten über seine Zeit im Stasi-Knast berichtet hatte.
Alles dreht sich da um den Renft-Titel „Zwischen Liebe und Zorn“.
„Renft hat in mir den Glauben zum Leben immer wieder erneuert“,
sagte er Moderator Tobias Meier dazu.
Die Liebe – damit meinte er seine Tätigkeit als Chefkoch unter anderem
im Interhotel Astoria, im Restaurant Gastmahl des Meeres,
im japanischen Restaurant Sakura des Interhotels Merkur
sowie an der DHfK Leipzig.
Sein Zorn entwickelte sich langsam.
Er versuchte, sich zu arrangieren.
Doch immer wieder wurde er genötigt einer Partei beizutreten,
der er als überzeugter Christ niemals beitreten wollte.
Doch als nach dem Nato-Doppelbeschluss auch Mittelstreckenraketen,
so genannte SS 20 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR stationiert werden sollten, brach es aus ihm heraus.
„Der Damm war gebrochen, ich konnte ihn nicht mehr schließen“, sagte er dazu.
Als er seinem Zorn Luft machte und an Leipziger Fensterscheiben den Schriftzug
“SS 20 – Nein Danke“ schrieb, wurde er festgenommen
und kam in die Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Leipzig
und das Zuchthaus Cottbus.
Nach seiner Entlassung 1986 und einer kurzen Tätigkeit als Hilfsarbeiter
wurde er schließlich 1987 aus der Staatsbürgerschaft der DDR entlassen,
kam aber gleich 1990 nach der Wende in seine alte Heimat zurück.
Im Gefängnis, wo er in sechs Wochen nur vier Briefe schreiben konnte,
begann Renker zu schreiben, ohne Zettel, alles nur im Gedächtnis gemerkt.
Sein Buch „Dass du mir bleibst“ enthält Gedichte aus jener Zeit,
von denen er einige wie „Kunst zu leben“ auch rezitierte.
Gottfried Hänisch überzeugte ihn schließlich, für sein Buch-Projekt
„Als die Schatten länger wurden“ seine
Erlebnisse niederzuschreiben.
Da merkte er erst einmal, wie schwer es ist, über eine Zeit zu schreiben,
die man glaubt verdrängt zu haben und doch niemals vergessen kann.
Natürlich wird über dieses Thema gerade in der letzten Zeit immer wieder gesprochen,
das dachten sich vielleicht auch viele Tauchaer und blieben der Veranstaltung fern.
Aber Heinz-Martin Benecke, der selbst einmal im Stasi-Knast gesessen hat,
brachte es mit den Worten
„es sind keine Berichte vom erlebten Geschehen, die er gibt,
sondern Kurzgeschichten, die weit darüber hinaus in die deutsche Vergangenheit zurückgreifen“ auf den Punkt.
Lutz (Eisen)Heinrich umrahmte mit Renft-Titeln die Veranstaltung.
Die nächste Blaue Stunde findet am 15. November statt.
Zu Gast ist dann die „Lütte“, Angelika Mann.
© Matthias Kudra, LVZ, 20.10.2011, Seite 20

Zum Seitenanfang